{"id":663,"date":"2020-05-25T09:15:13","date_gmt":"2020-05-25T09:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/?p=663"},"modified":"2020-05-25T09:15:13","modified_gmt":"2020-05-25T09:15:13","slug":"11-thesen-zur-digitalisierung-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/index.php\/2020\/05\/25\/11-thesen-zur-digitalisierung-in-der-schule\/","title":{"rendered":"11 Thesen zur Digitalisierung in der Schule"},"content":{"rendered":"\n<p>Perspektiven der digitalen Transformation im schulischen Umfeld gibt es viele. Elf Thesen zu formulieren, die die Problematik zusammenfasst von Michael Graf.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/grafm.net\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/11thesen_digital_v3web-405x1024.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-642\"\/><figcaption>11 Thesen zur Digitalisierung in der Schule von Dr. Markus Reimer und angepasst durch Michael Graf<br>Quelle: <a href=\"https:\/\/unterrichten.digital\/2018\/10\/26\/11-thesen-digitalisierung-in-der-schule\/\"><a href=\"https:\/\/unterrichten.digital\/2018\/10\/26\/11-thesen-digitalisierung-in-der-schule\/\">https:\/\/unterrichten.digital\/2018\/10\/26\/11-thesen-digitalisierung-in-der-schule\/<\/a><\/a> aufgerufen am 25.05.2020<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Die Digitale Transformation ist nicht die Sache von und f\u00fcr IT-Experten. Sie betrifft uns alle. Das Ergebnis wird ein v\u00f6llig neues und von allem holistisches Miteinander sein. Und damit ist es vielmehr eine Sache der Schulkultur.&#8220; <\/p><cite>Dr. Markus Reimer<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>DIGITALISIERUNG VERSCHWINDET NICH MEHR<br>Netzzugang, Smartphones, Hotspots sind bereits fester Bestandteil unseres Alltags, Internet die Dinge (IoT), autonome Fahrzeuge und 5G befinden sich bereits in der Pilotierungsphase. Kurz: Die Digitale Transformation ist bereits in vollem Gange und unumkehrbar.<\/li><li>DIGITALISIERUNG VER\u00c4NDERT DIE POSITION DER LEHRKRAFT NACHHALTIG<br>Anders als vor der Digitalisierung verf\u00fcgt die Lehrkraft nicht mehr per se \u00fcber einen Wissensvorsprung, sondern sieht sich punktuell dem geballten Informationsangebot der Wolke gegen\u00fcber, das den Sch\u00fcler in die Lage versetzt, getroffene Aussagen zu \u00fcberpr\u00fcfen und ggf. zu korrigieren. Der souver\u00e4ne Umgang damit und die ver\u00e4nderte Situation im Klassenraum erfordern neue Kompetenzen und das Praktizieren einer Fehlerkultur.<\/li><li>DIGITALISIERUNG FORDERT SYSTEMISCHE VER\u00c4NDERUNGEN<br>Die Schule der Gegenwart basiert auf einem Ansatz der fr\u00fchen Moderne: Materialien wurden physikalisch beschafft, Fortbildungen turnusgem\u00e4ss angeboten, Dienstreisen als Synonym f\u00fcr Studienfahrten verstanden. Inzwischen wird Unterrichtsmaterial global, digital, in verschiedenen Lizenzmodellen und in anderen W\u00e4hrungen angeboten, sind Fortbildungen in anderer Taktung und der Austausch \u00fcber Entwicklungen auf internationalen Messen erforderlich.<\/li><li>DIGITALISIERUNG FUNKTIONIERT NICHT NEBENBEI<br>Digitale Transformation erfordert in vielen Bereichen das schulischen Alltags eine zum Teil erhebliche Anpassung, die weit \u00fcber die gewohnten und stehts erforderlichen Modifikationen des Mikrokosmos &#8222;Schule&#8220; hinausgeht: Entwicklung und permanente Aktualisierung neuer Konzepte erh\u00f6hten Qualifizierungsbedarf, Etablierung von neuen Arbeitsformen etc. sind fernab vom &#8222;gewohnten p\u00e4dagogischen Klagen&#8220; nicht nebenbei zu leisten.<\/li><li>DIGITALISIERUNG ERFORDERT NEUE KOMPETENZEN<br>Medienkompetenz wird als Schlagwort in diesen Kontext h\u00e4ufig ins Feld gef\u00fchrt. Dabei gilt es zu bedenken, dass dieser Sammelbegriff verschiedene Handlungsfelder umfasst, die jedes f\u00fcr sich f\u00fcr Lehrkraft wie Sch\u00fcler eine enorme Herausforderung bedeutet: Medienkunde, Mediengestaltung, Medienanwendungswissen, Medienkritik<\/li><li>DIGITALISIERUNG \u00c4NDERT DIE PR\u00dcFUNGSFORMATE\u00a3<br>Sp\u00e4testens mit der Verf\u00fcgbarkeit von Wearables wird ein neues Kapitel der Inforamtionsverf\u00fcgbarkeit aufgeschlagen, das mittelfristig neue Pr\u00fcfungsformate erfordern wird. Dass es in Zukunft Sehhilfen mit Intenetanbingung geben wird, gilt als gesichert. Sp\u00e4testens dann wird sich die klassische Pr\u00fcfungskultur mit einer komplett neuen Herausforderung konfrontiert sehen.<\/li><li>DIGITALISIERUNG MACHT KOGNITIVES WISSEN NICHT \u00dcBERFL\u00dcSSIG<br>Der klassiche Wissenbegriff wir keinenfalls abgel\u00f6st vom Denken in Kompetenzen. Es hat sich schnell gezeigt, dass Komptenz Wissen voraussetzt. Der Wissensbegriff wird jedoch erweitert: W\u00e4hrend reines Faktenwissen in einzelnen Bereichen an Bedeutung verliert, gewinnt das Wissen um Gesamtzusammenh\u00e4nge z.B. in Zeiten von Fake News an Bedeutung. <\/li><li>DIGITALISIERUNG BEANTWORTET NICHT NUR FRAGEN, SONDERN STELLT NEUE<br>Die Verf\u00fcgbarkeit der Schwarmintelligenz erleichtert den Wissenszugang und hilft stark bei der Beantwortung von Fragen. Allerdings ergeben sich in diesem Zuge mindestens ebenso viele neue Fragen: Durch die M\u00f6glichkeiten, Informatiownen innerhalb k\u00fcrzerer Zeit publizieren zu k\u00f6nnen, erh\u00f6ht sich deren Angebot immens und macht es dem Einzelnen schwerer, sich zu orientieren und ans Ziel zu gelangen.<\/li><li>DIGITALISIERUNG BRAUCHT RECHTSSICHERHEIT UND PRAXISN\u00c4HE<br>Datenschutz, Urheberrecht &#8230; sind gegenw\u00e4rtig grosse H\u00fcrden f\u00fcr jeden in der Schule engagierten. Diese wichtigen Bereich in einem sinnvollen Rahmen einzuplanen, d\u00fcrfte eine der wichtigsten politischen Herausforderungen sein. Solange Lehrkr\u00e4fte nicht rechtssicher Unterrichtsmaterial teilen k\u00f6nnen, werden wertvolle Ressourcen verschwendet.<\/li><li>DIGITALISIERUNG DARF KEINE FRAGE DER TECHNIK SEIN<br>Die IT-Infrastuktur der Schulen darf kein Faktor im p\u00e4dagogischen Alltag sein: Es muss f\u00fcr alle Beteiligten selbstverst\u00e4ndlich sein, moderne Infrastruktur zu nutzen, ohne einer ltenten &#8222;Versagensangst&#8220; ausgesetzt zu sein. WLAN, Wireless Beaming, Beschaffung von Hardware &#8230; m\u00fcssen professionellen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgen und der P\u00e4dagogik wieder den Vorrang von der Technik erm\u00f6glichen.<\/li><li>DIGITALISIERUNG STEIGERT NICHT ZWANGSL\u00c4UFIG DIE UNTERRICHTSQUALIT\u00c4T<br>Die Einsicht, dass Digitalisierung per se keine Erh\u00f6hung der Unterrichtsqualit\u00e4t mit sich bringt, ist ebenso naheliegend; Gerade in der \u00d6ffentlichkeit wird immer wieder das interaktive Whitheboard als sichtbare Zeichen einer gelingenden Digitalisierung gefeiert und das &#8222;Ende der Kreidezeit&#8220; beschworen. Dass eine digitale Tafel aber rein gar nicht \u00fcber die Qualit\u00e4t des Unterrichts aussagt, ist leider nicht immer klar. Oder wie es ein Kollege ausdr\u00fcckte: &#8222;Schlechter Unterricht digitalisiert ist immer noch schlechter Unterricht!&#8220;<\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Perspektiven der digitalen Transformation im schulischen Umfeld gibt es viele. Elf Thesen zu formulieren, die die Problematik zusammenfasst von Michael Graf. &#8222;Die Digitale Transformation ist nicht die Sache von und f\u00fcr IT-Experten. Sie betrifft uns alle. Das Ergebnis wird ein v\u00f6llig neues und von allem holistisches Miteinander sein. 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