{"id":641,"date":"2020-05-23T05:03:44","date_gmt":"2020-05-23T05:03:44","guid":{"rendered":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/?p=641"},"modified":"2020-05-23T19:48:03","modified_gmt":"2020-05-23T19:48:03","slug":"reduzieren-statt-kompensieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/index.php\/2020\/05\/23\/reduzieren-statt-kompensieren\/","title":{"rendered":"Reduzieren statt kompensieren"},"content":{"rendered":"\n<p>Text aus oeku Nachrichten verfasst von Fran\u00e7ois P\u00e9rillon. Quelle: &#8222;oeku Nachrichten, Nummer 3\/2018, https:\/\/www.oeku.ch\/de\/documents\/oeku-NR_Seite_web_deutsch.pdf<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz hat 2015 an der Klimakonferenz in Paris die Absicht bekr\u00e4ftigt, ihren CO2-Ausstoss bis 2030 gegen\u00fcber 1990 zu halbieren sowie andere L\u00e4nder in deren Klimazielen zu unterst\u00fctzen. Daf\u00fcr m\u00fcssen im neuen CO2-Gesetz finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Doch die Schweizer Klimapolitik macht es sich zu einfach, wenn sie meint: \u00abWir sind reich und k\u00f6nnen es uns leisten, die augestossenen, treibhaussch\u00e4dliche Gase zu kompensieren, indem wir \u2013 ein wenig \u2013 an ausl\u00e4ndische Projekte zahlen\u00bb. Auch wenn wir unseren CO2-Ausstoss um mindestens 3% pro Jahr senken sollten, hat der Bund nur gerade 1% pro Jahr eingeplant. Im Verkehr sind \u00fcberhaupt keine wirkungsvollen Massnahmen vorgesehen, trotz neuer Autos, die viel Treibstoff brauchen und trotz der Zunahme des Flugverkehrs um 4% pro Jahr. Der aktuelle Entwurf zur Totalrevision des CO2-Gesetzes schw\u00e4cht zudem die Geb\u00e4ude-Energiesparprogramme, obwohl diese erste Fr\u00fcchte tragen. Zudem werden die Einwohner und Einwohnerinnen nicht angehalten, sparsamer mit den Ressourcen umzugehen. Die eidgen\u00f6ssische Strategie basiert im Wesentlichen auf dem Erwerb von Emissionszertifikaten und der CO2-Kompensation: Wir kompensieren unseren exzessiven CO2-Ausstoss und zahlen f\u00fcr die Energieeinsparung im Ausland. Auf dem Papier mag dies vielleicht aufgehen: Mit dem Geld aus der Schweiz k\u00f6nnen diese L\u00e4nder mehr Projekte verwirklichen, als sie mit ihren eigenen Mitteln finanzieren k\u00f6nnten. Doch k\u00fcrzlich zeigte ein Bericht des Bundes, dass das System der CO2-Kompensation nur schlecht funktioniert: Die Massnahmen sind schlecht definiert, es braucht viel B\u00fcrokratie und der Erfolg ist zweifelhaft.<br>Und vor allem: Ein solches System ist ethisch nicht haltbar. Papst Franziskus erinnerte in der Umweltenzyklika Laudato Si: \u00abDieses System (An- und Verkauf von Emissionszertifikaten) scheint eine schnelle und einfache L\u00f6sung zu sein, die den Anschein eines gewissen Umweltengagements besitzt, jedoch in keiner Weise eine radikale Ver\u00e4nderung mit sich bringt, die den Umst\u00e4nden gewachsen ist. Vielmehr kann es sich in einen Behelf verwandeln, der vom Eigentlichen ablenkt und erlaubt, den \u00fcberm\u00e4ssigen Konsum einiger L\u00e4nder und Bereiche zu unterst\u00fctzen (171)\u00bb. Der Papst \u2013 wie viele andere auch \u2013 mahnt uns zu Grossz\u00fcgigkeit im eigentlichen Sinn: Zu schenken, ohne eine Gegenleistung zu erwarten und sich aufrichtig f\u00fcr einen Wandel im Umgang mit unseren Ressourcen einzusetzen. Es bleibt zu hoffen, dass das eidgen\u00f6ssische Parlament diese weise Stimme h\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text aus oeku Nachrichten verfasst von Fran\u00e7ois P\u00e9rillon. Quelle: &#8222;oeku Nachrichten, Nummer 3\/2018, https:\/\/www.oeku.ch\/de\/documents\/oeku-NR_Seite_web_deutsch.pdf Die Schweiz hat 2015 an der Klimakonferenz in Paris die Absicht bekr\u00e4ftigt, ihren CO2-Ausstoss bis 2030 gegen\u00fcber 1990 zu halbieren sowie andere L\u00e4nder in deren Klimazielen zu unterst\u00fctzen. Daf\u00fcr m\u00fcssen im neuen CO2-Gesetz finanzielle Mittel bereitgestellt werden. 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