{"id":4232,"date":"2023-01-16T09:52:46","date_gmt":"2023-01-16T09:52:46","guid":{"rendered":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/?p=4232"},"modified":"2023-01-16T10:02:24","modified_gmt":"2023-01-16T10:02:24","slug":"umgang-mit-dem-handy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/index.php\/2023\/01\/16\/umgang-mit-dem-handy\/","title":{"rendered":"Sinnvoller Umgang mit den digitalen Medien finden"},"content":{"rendered":"\n<p>Die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/sonntagszeitung.ch\" data-type=\"URL\" data-id=\"sonntagszeitung.ch\" target=\"_blank\">SonntagsZeitung<\/a> hat einen Beitrag geschrieben mit der \u00dcberschrift &#8222;Okay, aber nur noch 15 Minuten!&#8220;, welcher weiter unten in voller L\u00e4nge zu finden ist. Basierend auf dem Beitrag nehme ich f\u00fcr mich folgendes mit:<\/p>\n\n\n\n<p><span><strong style=\"font-style: italic;\">Unterst\u00fctzung bei \u00fcberm\u00e4ssigem digitalen Konsum von aussen ist wichtig. Das bedeutet, dass wir nicht einfach das digitale Medium (Smartphone, Computer) der anderen Person ignoriert, beschimpft oder wegnehmen, sondern immer wieder fragen, was sie da eigentlich so machen. Der Grundsatz muss sein: Ich kann es nicht verhindern, also schau ich extra genau hin. Und wie w\u00e4re es, auch vom eigenen Verhalten zu sprechen? Zuzugeben, dass man zu oft viele Stunden damit verbringt. Gemeinsam zu \u00fcberlegen, welche Aktivit\u00e4ten man einfach lassen oder dosiert nutzen kann. Folglich jetzt aufzuschauen und einfach ein Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/handy.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4235\" width=\"755\" height=\"835\" srcset=\"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/handy.png 632w, https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/handy-271x300.png 271w\" sizes=\"auto, (max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">St\u00e4ndiger Begleiter: An einem Wochenende verbringen Schweizer Teenager im Schnitt drei Stunden am Handy. (Foto Getty Images)<br>Quelle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/sonntagszeitung.ch\" data-type=\"URL\" data-id=\"sonntagszeitung.ch\" target=\"_blank\">SonntagsZeitung<\/a>, 15. Januar 2023, Gesellschaft, Seite 52<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00abOkay, aber nur noch 15 Minuten!\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><br>Wenn es um die Handynutzung ihrer Kinder geht, schauen viele Eltern fast schon schicksalsergeben zu. Dahinter steckt eine Mischung aus Bequemlichkeit und Unwissenheit, attestiert Meredith Haaf.<br><br>Es gibt eine Sache, die mir zunehmend Kopfzerbrechen bereitet, je \u00e4lter meine eigenen Kinder werden und die um mich herum: Das ist die schicksalsergebene Art, mit der viele Eltern den Handygebrauch ihrer Kinder betrachten. \u00dcber s\u00e4mtliche Bildungsschichten hinweg. Ab einem ziemlich fr\u00fchen Alter.<br><br>Es ist paradox: Jahr f\u00fcr Jahr deuten neue Studien darauf hin, dass die sozialen Netzwerke bei vielen Menschen negative Gef\u00fchle, Selbstwertprobleme, Essst\u00f6rungen ausl\u00f6sen; die Kommerzialisierung von Nutzerdaten kann kaum noch \u00fcberblickt werden; Kinder werden im Netz zu Opfern von Cyberstalking und anderen Verbrechen. Und von Jahr zu Jahr verschiebt sich das Alter, in dem Kinder ein eigenes Smartphone bekommen, weiter nach vorne.<br><br>Der deutsche Ober-Digitalisierungs-Influencer Sascha Lobo berichtete auf Instagram vor ein paar Tagen stolz, dass er seinem anderthalbj\u00e4hrigen Sohn ein Smartphone zu Weihnachten geschenkt habe &#8211; schliesslich k\u00f6nne der ja schon einen Touchscreen bedienen.<br><br>Auch die Onlineverweildauer von Kindern und Jugendlichen hat sich stark erh\u00f6ht. Gem\u00e4ss dem Schweizer Infoportal \u00abJugend und Medien\u00bb nutzt bei den 6- bis 7-J\u00e4hrigen bereits gut jeder dritte regelm\u00e4ssig das Handy. Bei den 12- bis 13-J\u00e4hrigen sind es 76 Prozent. An einem normalen Wochentag verbringen Jugendliche im Schnitt drei Stunden am Handy, am Wochenende sind es vier Stunden.<br><br>Interessanterweise zeigt die europaweite Studie \u00abKidiTiCo\u00bb, die das Mediennutzungsverhalten von Kindern w\u00e4hrend der Pandemie untersucht hat, dass viele Kinder selbst das Gef\u00fchl hatten, es sei zu viel. Auch die meisten Erwachsenen kennen diesen unangenehmen Zustand. Warum tragen so wenige Eltern Sorge daf\u00fcr, dass es bei ihren Kindern nicht so weit kommt?<br><br>Viele befreundete Eltern teilen mein Unbehagen nicht. Ab einem gewissen Alter geh\u00f6rten Handys doch dazu. Kinder lernten so am besten, wie man damit umgehe. Warum sie k\u00fcnstlich von etwas abhalten? Ausserdem sei es einfach praktisch, und wir schreiben ja selbst Whatsapps. Und genau darin steckt vermutlich der Kern des Problems. Eltern beruhigen sich damit, dass sie es ja selbst genauso machen. Zudem ist es leichter, die Kinder machen zu lassen, als sie davon abzuhalten.<br><br>Schon klar, dass selbst exzessives Handy-Daddeln nicht t\u00f6dlich ist. Aber, so sagt es der Kinder- und Jugendpsychologe Oliver Dierssen: \u00abDas Ausmass an Gewalt und Trauma, das Kinder bedingt durch ihren Social-Media-Gebrauch erfahren, wird untersch\u00e4tzt.\u00bb Laut seinen Beobachtungen erleben viele Jugendliche digital Bel\u00e4stigung, Missbrauch und Betrug.<br><br>Das Problem sei nicht die Nutzung an sich und auch nicht, dass Eltern ihren Kindern die digitale Teilhabe erlauben wollten. Sondern, dass es dabei schnell zu \u00dcberforderung komme: \u00abEs ist einfach kein elterliches Bed\u00fcrfnis, Social-Media-Nutzung zu kontrollieren. Es fehlt ihnen das Wissen, worauf sie achten m\u00fcssen. Ausserdem wollen sie sich ausruhen, w\u00e4hrend das Kind besch\u00e4ftigt ist.\u00bb<br><br>Das Resultat ist: Viele Eltern probieren es mit der \u00abPasst schon\u00bb-Methode &#8211; bis sie sich unwohl f\u00fchlen und mit Verboten eingreifen. Beides f\u00fchrt zu Konflikten. Neulich erz\u00e4hlte ein befreundeter Vater von seinem Zw\u00f6lfj\u00e4hrigen: Der habe leider keine Interessen ausser Basketball und seinem Handy. Er sei nicht ansprechbar, wenn er das Telefon in Reichweite habe. Angefangen habe das vor zwei Jahren, da sei er w\u00e4hrend des Lockdown v\u00f6llig in Youtube versunken. Es fiel das Wort \u00abs\u00fcchtig\u00bb, es wurde achselzuckend gelacht. H\u00e4tten wir genauso gelacht, wenn er erz\u00e4hlt h\u00e4tte, dass das Kind sich durch den Lockdown gekifft habe?<br><br>Es gibt bei dem Thema unter vielen Eltern eine Art erlernte Hilflosigkeit, die sie sich in anderen Zusammenh\u00e4ngen wohl nicht erlauben w\u00fcrden. Das geht fr\u00fch los: Die Dreij\u00e4hrige ist \u00abs\u00fcchtig\u00bb nach \u00abPaw Patrol\u00bb, die Vierj\u00e4hrige \u00abbraucht\u00bb immer ihre 20 Minuten Tablet-Zeit nach dem Kindergarten, der Sechsj\u00e4hrige \u00abmuss\u00bb im Restaurant auf dem Tablet Youtube gucken.<br><br>Obwohl immer wieder Studien und Medien anderes behaupten, gibt es \u00abHandysucht\u00bb offiziell gar nicht. Es besteht also kein Grund, Panik zu sch\u00fcren, wie es etwa der Psychologe Manfred Spitzer mit seinem viel beachteten, aber praktisch nicht wissenschaftlich belegten Schlagwort von der \u00abdigitalen Demenz\u00bb getan hat. Spitzer behauptete, dass Kinder durch ihren Medienkonsum daran gehindert w\u00fcrden, ihre kognitiven F\u00e4higkeiten voll zu entwickeln, und sich deswegen auch Probleme wie Adipositas und schlechtere soziale Beziehungen erg\u00e4ben. Kritik am Mediengebrauch von Kindern kann richtig sein, aber sie ist &#8211; wie in diesem Fall- leider oft unseri\u00f6s und deshalb auch angreifbar.<br><br>Wenn es um das digitale Leben von Kindern geht, gibt es kaum etwas zwischen der Spitzer-haften Verteufelung und der Lobo-haften Turboaffirmation. Ein Grund f\u00fcr diese konstante Unsch\u00e4rfe ist, dass sich die Wirkung von Social Media nicht verallgemeinern l\u00e4sst. Das betont die Kommunikationswissenschaftlerin Desiree Schmuck: \u00abNegative Effekte von Social Media sind fast immer durch individuelle Faktoren beeinflusst.\u00bb Es gibt zwar viele Menschen, die sich nach langem Instagram-Scrolling m\u00fcde und unbefriedigt f\u00fchlen. Aber es gibt auch Menschen, die aufstehen und einfach etwas anderes machen. Das h\u00e4ngt davon ab, was in der eigenen Psyche und in den Beziehungen sonst so los ist.<br><br>Desiree Schmuck hat in einer ihrer Studien auch Folgendes herausgefunden: \u00abJe mehr Eltern das Gef\u00fchl des Kontrollverlusts in ihrem eigenen Handynutzen empfinden, desto mehr f\u00fcrchten sie ihn auch bei den Kindern.\u00bb Und umgekehrt: Wer sich im Onlinegebrauch souver\u00e4n f\u00fchle, habe auch keine Angst, bei den Kindern die Kontrolle zu verlieren. Bel\u00fcgen sich viele Eltern da nicht selbst? Schmuck widerspricht: \u00abDa, wo die Eltern sagen, sie h\u00e4tten keine Kontrolle \u00fcber das Onlineverhalten des Kindes, best\u00e4tigen die Kinder, dass sie tats\u00e4chlich mehr negative Inhalte sehen und sich nicht unterst\u00fctzt f\u00fchlen.\u00bb<br><br>Unterst\u00fctzung von den Eltern aber ist das Wichtigste f\u00fcr Kinder. Das bedeutet, dass man nicht einfach das Handy des Kindes ignoriert oder beschimpft, sondern immer wieder fragt, was sie da eigentlich so machen. Der Grundsatz muss sein: Ich kann es nicht verhindern, also schau ich extra genau hin. Und wie w\u00e4re es, auch vom eigenen Handyverhalten zu reden? Zuzugeben, dass man zu oft draufschaut. Gemeinsam zu \u00fcberlegen, welche Kommentare und Bilder man auch einfach lassen kann. Vielleicht kann das zu einem guten Vorsatz im neuen Jahr werden: aufzuschauen, Handy auszumachen und einfach ein Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren?<\/p>\n<cite><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/sonntagszeitung.ch\" data-type=\"URL\" data-id=\"sonntagszeitung.ch\" target=\"_blank\">SonntagsZeitung<\/a>, 15. Januar 2023, Gesellschaft, Seite 52<\/cite><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die SonntagsZeitung hat einen Beitrag geschrieben mit der \u00dcberschrift &#8222;Okay, aber nur noch 15 Minuten!&#8220;, welcher weiter unten in voller L\u00e4nge zu finden ist. Basierend auf dem Beitrag nehme ich f\u00fcr mich folgendes mit: Unterst\u00fctzung bei \u00fcberm\u00e4ssigem digitalen Konsum von aussen ist wichtig. 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