{"id":3693,"date":"2021-10-13T06:25:33","date_gmt":"2021-10-13T06:25:33","guid":{"rendered":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/?p=3693"},"modified":"2021-10-13T06:25:33","modified_gmt":"2021-10-13T06:25:33","slug":"feedback-von-lernenden-einholen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/index.php\/2021\/10\/13\/feedback-von-lernenden-einholen\/","title":{"rendered":"Feedback von Lernenden einholen"},"content":{"rendered":"\n<p>Der folgende Blog Eintrag stammt von Hilde Krug und wurde unter <a href=\"https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/archives\/7873\">https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/archives\/7873<\/a> am 8. Oktober 2021 publiziert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3696\" srcset=\"https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920-768x512.jpg 768w, https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920-1100x733.jpg 1100w, https:\/\/ahornblatt.ch\/simonboller\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/feedback-3653368_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>image feedback by Gerd Altmann at pixabay.com<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Feedback in der Lehre bedeutet nicht nur, dass Dozierende Feedback an Studierende oder Teilnehmende geben. Feedback in der Lehre meint auch, dass Dozierende ihre Lernenden nach R\u00fcckmeldungen zum Lernprozess&nbsp; fragen und damit Anregungen f\u00fcr Ver\u00e4nderung und Entwicklung hin zu guter Lehre einholen. Wie man Feedback in Lehre wirksam gestaltet, zeigt ein&nbsp;<a href=\"https:\/\/elearning.hslu.ch\/ilias\/goto.php?target=grp_5094267&amp;client_id=hslu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Webinar<\/a>&nbsp;des ZLLF.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abDer Fehler, den ich machte, war, in Feedback etwas zu sehen was die Lehrpersonen den Lernenden geben. (\u2026) Erst als ich entdeckt habe, dass Feedback besonders wirksam ist, wenn es der Lehrperson von den Lernenden gegeben wird, begann ich, es besser zu verstehen. Wenn Lehrpersonen Feedback von den Lernenden einfordern \u2013 oder zumindest offen sind gegen\u00fcber dem, was Lernende wissen, was sie verstehen, wo sie Fehler machen, wo sie falsche Vorstellungen haben, wo es ihnen an Engagement mangelt \u2013 dann k\u00f6nnen Lehren und Lernen miteinander synchronisiert werden und wirksam sein. Feedback an die Lehrpersonen hilft, das Lernen sichtbar zu machen.\u00bb (Hattie, 2014a, S. 206). Damit formuliert Hattie anschaulich, wie Feedback der Lernenden Dozierenden Einblick gibt, was bei den Lernenden ankommt. Mit dem Abgleich beider Perspektiven werden blinde Flecken offengelegt, St\u00e4rken zur besseren Nutzung angesprochen und Schw\u00e4chen zur Minimierung erkannt. Als kooperative Unterrichtsentwicklung verstanden, kann dies Dozierende entlasten und Raum f\u00fcr Kommunikation \u00fcber Lernen, den eigenen Lernprozess schaffen; eine Feedbackkultur kann entstehen. Gleichzeitig sensibilisiert dieses Feedback Lernende und Dozierende f\u00fcr die Heterogenit\u00e4t der Lerngruppe (Helmke, 2012, S. 286).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Problematik&nbsp;<\/strong><strong>hinter&nbsp;<\/strong><strong>Feedback<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fragen Dozierende Lernende nach Feedback, sollte ihnen die asymmetrische Beziehung bewusst sein. \u00dcber eine m\u00f6glicherweise noch offene Bewertung besteht eine Abh\u00e4ngigkeit, die bei der feedbackgebenden Person zu einem Dilemma f\u00fchren kann; gebe ich ein offenes, ehrliches Feedback oder sage ich mit Blick auf die Bewertung nur, was eh von mir erwartet wird (Arn, 2016, S. 206). Feedback hat Sprengkraft, v.a. wenn es negative Aspekte beinhaltet. Da Lernende das Handeln Dozierender meist kritischer bewerten und \u00fcber noch wenig ausgepr\u00e4gte professionelle Feedback-Kompetenz verf\u00fcgen, kann Feedback belastend erlebt werden. Ungeschicktes, unh\u00f6fliches oder gar verletzend formuliertes Feedback zerst\u00f6rt jegliche \u00c4nderungsmotivation (Wahl, 2006, S. 90). Daher sollte Feedback immer zu konkreten Punkten, z.B. ob die Arbeitsanweisung verst\u00e4ndlich oder ob die Arbeitszeit ausreichend war, erfragt werden. Eine Vergewisserungsphase mit einer Murmelgruppe zum schnellen Austausch der Lernenden untereinander l\u00e4sst Lernende die eigene Wahrnehmung abgleichen und f\u00fchrt zu einem realistischeren Feedback (Arn, 2016, S. 207).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Intuition und explizites Feedback<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Beziehungswesen nehmen wir Menschen instinktiv nonverbale Signale auf und interpretieren diese. Auch wenn wir uns auf diese intuitive Einsch\u00e4tzung verlassen k\u00f6nnen, muss uns gleichzeitig bewusst sein, dass diese Intuition auch falsch sein k\u00f6nnte und mit einer aktiven, expliziten Feedbackkommunikation \u00fcberpr\u00fcft werden sollte (Arn, 2016, S. 211f.). Grunds\u00e4tzlich sollte nur erfragt werden, was auch wirklich interessiert und relevant ist, um zu verstehen, wo die Studierenden im Lernprozess stehen. Um dem immer wieder entstehenden Gef\u00fchl von \u00abschon wieder Feedback\u00bb oder \u00abFeedback nervt\u00bb entgegenzuwirken, m\u00fcssen die Studierenden\/die Teilnehmenden merken, dass man sich wirklich f\u00fcr ihre R\u00fcckmeldungen interessiert und damit etwas ver\u00e4ndern m\u00f6chte. Daher sollte z.B. bei schriftlichem Feedback eingangs erkl\u00e4rt werden, was interessiert und was mit den erhobenen Daten passiert (Arn, 2016, S. 212f.).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Voraussetzung f\u00fcr gelingendes Feedback<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich l\u00e4sst sich Feedback methodisch in m\u00fcndliches, schriftliches und pl\u00f6tzliches Feedback unterteilen. M\u00fcndliches Feedback kann als schnelles Blitzlicht, Standogramm oder in einer offenen Gespr\u00e4chsrunde am Ende einer Lerneinheit erfolgen. Zum schriftlichen Feedback z\u00e4hlen Frageb\u00f6gen, Punkte- oder Skalenabfragen oder auch ein gezeichnetes Stimmungsbarometer. Schriftliches Feedback kann \u00fcber verschiedene Tools auch digital eingeholt werden. Pl\u00f6tzliches Feedback erh\u00e4lt man mit spontanen Fragen an die Lernenden zu etwas gerade Erlebten oder Erledigten. Verschiedenen Feedbackmethoden, ihre Eignung und Umsetzung beschreibt ein weiterer, in k\u00fcrze erscheinender Blogbeitrag.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Feedback als kommunikativer Akt zwischen zwei Personen (Reimann, 2015, S. 101) ist die entsprechende Haltung wichtiger als die gew\u00e4hlte Methode oder richtige Technik. Studierende bzw. Teilnehmende nehmen wahr, ob man R\u00fcckmeldung unabh\u00e4ngig davon, ob als Kritik oder Anregung ge\u00e4ussert, auch wirklich h\u00f6ren m\u00f6chte. Wirkliches Feedback erh\u00e4lt man nur, wenn man sich daf\u00fcr interessiert und es auch \u00abertragen kann. Daf\u00fcr ist ein positives Verh\u00e4ltnis zu Fehlern und eine positiv gelebte Fehlerkultur mit sich selbst n\u00f6tig (Arn, 2016, S. 209). \u00abPerfektion zerst\u00f6rt die Beziehung, weil sie unmenschlich macht\u00bb oder \u00abPerfektion tut dem Menschen nicht gut\u00bb, sagt Friedemann Schult von Thun (zit. in Arn, 2016, S. 210). Ein Grund mehr, offen zu seinen Fehlern zu stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Feedback sollte sich immer auf den Lehr-\/Lernprozess und nicht auf die Person an sich beziehen. Da es der Auftrag als Dozent*in ist, gut zu lehren (und nicht als Person anzukommen), muss auch das Feedback auf die konsequente Erf\u00fcllung dieser Aufgabe fokussieren. Daraus ergeben sich gen\u00fcgend Hinweise f\u00fcr die eigene Person. Feedback heisst also, mit den Studierenden dar\u00fcber zu reden, was von dem, das man als Dozierende*r macht, zu einem guten Lernen beitr\u00e4gt, dieses verhindert oder welche Rolle das, was ich als Dozierende*r mache, spielt. Wie gut dient das, was wir tun, den Lernenden f\u00fcr ihr Lernen (Arn, 2016, S. 210f.). Sogenanntes Instant-Feedback gibt gerade im Moment Orientierung und signalisiert den Lernenden, dass man wissen m\u00f6chte, wo sie gerade stehen (Arn, 2016, S. 220).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Feedback als kontinuierliche Kommunikation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abEine kontinuierliche Kommunikation zwischen Studierenden und Dozierenden dar\u00fcber, welche Aktivit\u00e4ten f\u00fcr das Lernen der Lernenden hilfreich sind und welche weniger, ist&nbsp;<em>entscheidend<\/em>&nbsp;f\u00fcr das aktuelle Gelingen von Lernen und Lehren, f\u00fcr die didaktische Weiterentwicklung der Dozierenden und f\u00fcr das \u00abLernen lernen\u00bb der Studierenden\u2026\u00bb. (Arn, 2016, S. 209) Daher lebt Feedback als kontinuierliche Kommunikation vom fortlaufenden Austausch, wo sich die Lernenden im Lernprozess befinden, was f\u00f6rderlich war und nun neu ben\u00f6tigt wird (Arn, 2016, S. 208). Dies fortlaufend und nicht punktuell zu machen, er\u00f6ffnet vielf\u00e4ltigere Entwicklungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch f\u00fcr Feedback als kontinuierliche Kommunikation ist, dass Lernenden manchmal der Mut fehlt, nach der Lektion die dozierende Person anzusprechen und differenziertes Feedback zu geben. Gleichzeitig fehlt Dozierenden die Bereitschaft, Feedback gerne zu erhalten und konstruktiv aufzunehmen (Arn, 2016, S. 207). Dies liegt wohl daran, dass Feedback, wie oben bereits angesprochen, immer noch eher negativ mit Fehler machen konnotiert ist und weniger mit einer entwicklungsorientierten Haltung. Verzerrende Effekte entstehen aber auch durch die Frage der Studierenden als \u00abKund*innen\u00bb nach ihrer Zufriedenheit (Arn, 2016, S. 207).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Links:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/archives\/7679\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Blogbeitrag Peer-Feedback<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/archives\/7737\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Blogbeitrag Feedback in der Lehre<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/zllf\/veranstaltungen\/webinarreihe-zur-online-lehre\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ZLLF-Webinare<\/a>&nbsp;zu den Themen&nbsp;<a href=\"https:\/\/elearning.hslu.ch\/ilias\/goto.php?target=grp_5094267&amp;client_id=hslu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Feedback wirksam gestalten<\/a>&nbsp;(14.12.2021 von 17.00 \u2013 18.00 Uhr) und&nbsp;<a href=\"https:\/\/elearning.hslu.ch\/ilias\/goto.php?target=grp_5094275&amp;client_id=hslu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Peer-Feedback einsetzen und anleiten<\/a>&nbsp;(13.01.2022 von 17.00 \u2013 18.00 Uhr)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/elearning.hslu.ch\/ilias\/goto.php?target=crs_4527169&amp;client_id=hslu\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anmeldung zu den Webinaren \u00fcber ILIAS<\/a>&nbsp;(Externe benutzen bitte das Login \u00fcber SWITCHaai).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen (f\u00fcr Blogbeitrag):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Arn, Ch. (2016). Agile Hochschuldidaktik. Weinheim: Beltz Juventa<\/p>\n\n\n\n<p>Hattie, J. (2014a). Lernen sichtbar machen. \u00dcberarbeitete deutschsprachige Ausgabe von Visible Learning besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider<\/p>\n\n\n\n<p>Hattie, J. (2014b). Lernen sichtbar machen f\u00fcr Lehrpersonen. \u00dcberarbeitete deutschsprachige Ausgabe von Visible Learning for Teachers besorgt von Wolfgang Beywl und Klaus Zierer. Baltmannsweiler: Schneider<\/p>\n\n\n\n<p>Helmke, A. (2012). Unterrichtsqualit\u00e4t und Lehrerprofessionalit\u00e4t. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. Seelze-Velber: Kallmeyer<\/p>\n\n\n\n<p>Reimann, G. (2015). Studientext Didaktisches Design. Universit\u00e4t Hamburg<\/p>\n\n\n\n<p>Wahl, D. (2006). Lernumgebungen erfolgreich gestalten. Vom tr\u00e4gen Wissen zum kompetenten Handeln. Bad Heilbrunn: Klinkhardt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Blog Eintrag stammt von Hilde Krug und wurde unter https:\/\/blog.hslu.ch\/blog\/archives\/7873 am 8. Oktober 2021 publiziert. Feedback in der Lehre bedeutet nicht nur, dass Dozierende Feedback an Studierende oder Teilnehmende geben. 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